In der Presse 2022

Alt­stadt-Ar­men­kü­che for­dert So­zi­al­ti­cket für zehn Eu­ro (RP 18.3.2022)

Seit 30 Jah­ren ver­tei­len eh­ren­amt­li­che Hel­fer frisch zu­be­rei­te­tes Es­sen an Men­schen mit ge­rin­gem Ein­kom­men. Der Be­darf ist in der Co­ro­na-Kri­se stark ge­stie­gen.


Pa­ter Wolf­gang, Ma­ri­on Gather und Swant­je Po­sch­mann (v.l.) ge­hö­ren zum Team der Alt­stadt Ar­men­kü­che.
Fo­to: An­dre­as Bretz
Von Hol­ger Lo­dahl

DÜS­SEL­DORF | Am liebs­ten wä­re es Bru­der Wolf­gang, die Ar­men­kü­che könn­te den Be­trieb ein­stel­len. Das wür­de be­deu­ten, dass es in Düs­sel­dorf kei­ne Men­schen mehr gä­be, die auf ein kos­ten­lo­ses Es­sen an­ge­wie­sen wä­ren. Aus die­sem Grund steht das 30-jäh­ri­ge Be­stehen der Alt­stadt-Ar­men­kü­che un­ter dem Mot­to „Schafft die Ar­men­kü­chen ab!“. Das müs­se kein Traum blei­ben, sagt Vor­stands­mit­glied Pa­ter Wolf­gang Sief­fert, wenn es So­zi­al­leis­tun­gen gä­be, die zu mehr als nur zum Über­le­ben rei­chen. „Wir for­dern ein be­zahl­ba­res So­zi­al­ti­cket für zehn Eu­ro im Mo­nat“, sagt er. „Es feh­len in Düs­sel­dorf auch vie­le So­zi­al­woh­nun­gen. Die Hälf­te al­ler Düs­sel­dor­fer hat An­spruch auf ei­nen Wohn­be­rech­ti­gungs­schein.“ Wei­ter stei­gen­de Mie­ten und das Lu­xus­sa­nie­ren von Be­stands­woh­nun­gen müss­ten ge­stoppt wer­den. „Woh­nun­gen dür­fen kein Teil des an Ren­di­te ori­en­tier­tem Markt sein.“

Seit Grün­dung der Alt­stadt-Ar­men­kü­che in 1992 ist die Si­tua­ti­on nicht bes­ser ge­wor­den. Bis vor zwei Jah­ren ka­men täg­lich bis zu 120 Per­so­nen zum Es­sen. Als die Co­ro­na-Pan­de­mie be­gann, stieg die­se Zahl auf mehr als 400 Gäs­te pro Tag an. Die Ar­men­kü­che be­wäl­tig­te die­sen Be­darf, konn­te aber die Por­tio­nen aus­schlie­ß­lich zum Mit­neh­men an­bie­ten. Zur­zeit kom­men täg­lich zwi­schen 200 und 300 Gäs­te, die wie­der am Burg­platz es­sen. Drei Teil­zeit-Mit­ar­bei­ter ar­bei­ten in der Kü­che, zu­dem gibt es et­wa 60 eh­ren­amt­li­che Kol­le­gen und Kol­le­gin­nen so­wie zwei So­zi­al­ar­bei­ter und ei­ne Fach­kraft für Ver­wal­tungs­auf­ga­ben.

Fi­nan­ziert wird der Be­trieb der Alt­stadt-Ar­men­kü­che aus­schlie­ß­lich durch Spen­den. Fi­nan­zi­ell steht die Ar­men­kü­che sta­bil da, auch wenn die Kos­ten ge­stie­gen sei­en. „Die Düs­sel­dor­fer Bür­ger ha­ben ein gro­ßes so­zia­les Be­wusst­sein. In 2021 ha­ben wir deut­lich mehr Spen­den be­kom­men als im Jahr zu­vor“, sagt Pa­ter Wolf­gang. In 2020 sei­en al­lein für Le­bens­mit­tel 120.000 Eu­ro aus­ge­ge­ben wor­den.

Wie sich der Krieg in der Ukrai­ne und die in Düs­sel­dorf an­kom­men­den Ge­flüch­te­ten auf die Alt­stadt Ar­men­kü­che aus­wir­ken, sei noch un­ge­wiss. Pa­ter Wolf­gang und sei­ne Mit­ar­bei­ter be­ob­ach­ten die La­ge auf­merk­sam. „Wenn wir ir­gend­wo kon­struk­ti­ve Hil­fe leis­ten kön­nen, sind wir mit un­se­ren er­fah­re­nen Fach­leu­ten so­fort da­bei.“

Im In­ter­net un­ter www.​arm​enku​eche.​de gibt es mehr In­fos.

Mahnende Worte zum 30-jährigen Bestehen

Am liebsten wäre es Bruder Wolfgang, die Armenküche könnte den Betrieb einstellen. Das würde bedeuten, dass es in Düsseldorf keine Menschen mehr gäbe, die auf ein kostenloses Essen angewiesen wären. Aus diesem Grund steht das 30-jährige Bestehen der Altstadt-Armenküche unter dem Motto „Schafft die Armenküchen ab!“ Das müsse kein Traum bleiben, sagt Vorstandsmitglied Pater Wolfgang Sieffert, wenn es Sozialleistungen gäbe, die zu mehr als nur zum Überleben reichen. „Wir fordern ein bezahlbares Sozialticket für zehn Euro im Monat“, sagt er. „Es fehlen in Düsseldorf auch viele Sozialwohnungen. Die Hälfte aller Düsseldorfer hat Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein.“ Weiter steigende Mieten und das Luxussanieren von Bestandswohnungen müssten gestoppt werden.

Seit Gründung der Armenküche in 1992 ist die Situation nicht besser geworden. Bis vor zwei Jahren kamen täglich bis zu 120 Personen zum Essen. Als die Corona-Pandemie begann, stieg diese Zahl auf mehr als 400 Gäste pro Tag an. Die Armenküche bewältigte diesen Bedarf, konnte aber die Portionen ausschließlich zum Mitnehmen anbieten. Zurzeit kommen täglich zwischen 200 und 300 Gäste, die wieder am Burgplatz essen. Drei Teilzeit-Mitarbeiter arbeiten in der Küche, zudem gibt es etwa 60 ehrenamtliche Kollegen und Kolleginnen sowie zwei Sozialarbeiter und eine Fachkraft für Verwaltungsaufgaben. Finanziert wird der Betrieb der Altstadt-Armenküche ausschließlich durch Spenden. „Die Düsseldorfer Bürger haben ein großes soziales Bewusstsein. In 2021 haben wir deutlich mehr Spenden bekommen als im Jahr zuvor“, sagt Pater Wolfgang. In 2020 seien allein für Lebensmittel 120.000 Euro ausgegeben worden. lod

Altstadt Armenküche Düsseldorf: Der
Wunsch zum 30-Jährigen – “schafft uns ab“
Von Ute Neubauer
18.03.2022

Das Team der Armenküche und von aXept vor dem grünen Tor, hinter dem sich die Altstadt Armenküche verbirgt, Foto: Altstadt Armenküche

Den Wunsch sich selber abzuschaffen haben bestimmt nicht viele Vereine, die gerade ihren 30. Geburtstag feiern. Aber für das Team der Altstadt-Armenküche wäre es das schönste Geschenk. Denn dann gäbe es keine Not mehr in Düsseldorf, selbst die Sozialhilfeempfänger könnten ihren Lebensunterhalt gut gestalten, Obdachlosigkeit wäre abgeschafft und alle Düsseldorfer*innen könnten ein würdevolles Leben führen.

Doch derzeit sieht es so aus, als würde der Bedarf an einer Einrichtung wie der Altstadt Armenküche eher steigen als abnehmen. Die Corona-Pandemie hat zusätzlich Menschen mittellos gemacht, trotz der Bemühungen der Stadt gib es nach wie vor zu viele Obdachlose und der Zustrom an Menschen, die aus der Ukraine flüchten mussten, wird Folgen haben.

Pater Wolfgang Sieffert, Marion Gather und Swantje Poschmann
Ein großes Team zieht an einem Strang

Der Vorstand des Vereins besteht aus Pater Wolfgang Sieffert, Klaus Buschmann und Elisabeth Leidinger. Gemeinsam mit einem Team und rund 60 Ehrenamtler*innen schafft es die Altstadt-Armenküche seit 1992 täglich für bedürftige Menschen eine warme Mahlzeit zu bereiten und ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte zu haben. Drei in Teilzeit beschäftigte Mitarbeiter*innen sind für die Gästebetreuung und die Küchenleitung verantwortlich; zwei Sozialarbeiter*innen bieten Beratung und fachkundige Hilfe bei Notlagen und Problemen. Das Verwaltungstechnische erledigt ein Mitarbeiter in Teilzeit, der sich in Zusammenarbeit mit einem Steuerbüro auch um „Spendenquittungen“ kümmert.

Vor Corona waren es meist zwischen 80 und 120 Personen, die sich über das Essen freuten und in wechselnden Schichten an den Tischen Platz nahmen. Um dies zu ermöglichen engagieren sich mehr als 60 Frauen und Männer aller Altersgruppen ehrenamtlich, die in täglich wechselnden Teams unter Anleitung eines Kochs das Essen vorbereiten. Während der Pandemie war die Armenküche zeitweise die einzige Anlaufstelle, die für die Bedürftigen weiter geöffnet hatte. Mittlerweile bewegt sich die Zahl der täglichen Gäste zwischen 200 und mehr als 300 Personen. Egal wer kommt, soll sich respektiert wissen und willkommen fühlen, ist das Selbstverständnis des Teams.

Ein Bild aus der Küche: Koch Florian Conzen, sein Mitarbeiter Pierre und Christian Piel-Bruch, Foto: Altstadt Armenküche
Finanzierung rein über Spenden

Der gesamte Betrieb wird ausschließlich aus Spendenmitteln finanziert. So ist der Verein unabhängig und nutzt dies als Sprachrohr für die Menschen, die sonst keine Lobby haben. Die Altstadt Armenküche engagiert sich auch in verschiedenen Gremien und hat Projekte initiiert. Dabei wird stets das Ziel verfolgt, die Gesellschaft so zu verändern, dass niemand in Düsseldorf mehr Armenküchen und Tafeln braucht. Teilhabe soll für alle Menschen ermöglicht werden und niemand sollte Bittsteller sein müssen. Die Höhe der Sozialleistungen müsse so bemessen sein, dass sie zu mehr als nur zum Überleben reichen, betont das Team. Die Altstadt-Armenküche ist Mitglied im Bündnis für bezahlbaren Wohnraum und steht hinter der Forderung Wohnraum als Menschenrecht zu sehen. Aber auch Leistungen wie ein bezahlbares Sozialticket wünscht sich der Verein schon lange, bisher ist es nicht in Sicht.

Pater Wolfgang Sieffert von der Altstadt Armenküche moderierte die Veranstaltung im zakk
Das Jubiläumsjahr

Im Jubiläumsjahr werden zahlreiche Aktionen organisiert, von denen einige noch in Planung sind, für andere stehen bereits Termine fest.

„Dankeschön-Tag“ am 25. Juni für die Ehrenamtler*innen.
„Essen für Arme und Reiche“ am Samstag, 13. August, von 12 bis 18 Uhr auf dem Burgplatz mit Live-Bands, Erbsensuppe, Würstchen und Getränken
Themenabend „Eine Stadt für alle Menschen – Armut überwinden“
Mit Fachleuten Denkanstöße geben – und einen Motivationsschub für Düsseldorf. Auf der Suche nach Strategien zur Überwindung von Armut und einer Vision für unsere Stadt kommen unterschiedliche Perspektiven zueinander. Termin ist in Vorbereitung.
Themenabend „Die Zukunft von Nächstenliebe und Solidarität“
Linke und christliche Ideen treffen sich bei Fragen, wie Gerechtigkeit geht und Menschenwürde verwirklicht werden kann. Solidarität und Nächstenliebe verdienen, in unserer Gesellschaft stark gemacht zu werden. Gemeinsame Suche und Gespräch. Termin ist in Vorbereitung.
„Köche zaubern für unsere Gäste“ an Überraschungsterminen. Bekannte Düsseldorfer Köche werden ein Essen für die Gäste der Altstadt-Armenküche zubereiten.
„Jubiläums-Dankkonzert“ am Samstag, 19. November um 16 Uhr in der Andreaskirche. Ein musikalischer Dank an alle, die mitarbeiten, spenden und unterstützen.

Arm und Reich an einem Tisch – das soll es im August endlich wieder auf dem Burgplatz geben

Angebote für interessierte Gruppen
Die Altstadt Armenküche bietet Informationsgespräche, Vorträge und „Alternative Stadtrundgänge“ an. Interessierte Gruppen können sich bei der Öffentlichkeitsarbeit unter Telefon 0211 3237 662 oder per mail an sozialarbeit@armenkueche.de melden.

Weitere Informationen zum Verein gibt es hier.

Dominikaner: Schafft die Armenküchen ab
von Stefan Klinkhammer

Montag, 18.04.2022

30 Jahre gibt es nun die Altstadt-Armenküche im Düsseldorfer Rathaus. Was aus dieser Initiative alles entstanden ist, ist beeindruckend. Jetzt fordern sie: „Schafft die Armenküchen ab!“ ….

Unser Gesprächspartner: Dominikaner-Pater Wolfgang Sieffert wurde 1957 als viertes von acht Geschwistern in Oberbilk geboren und wuchs in Vennhausen auf. Mit acht Jahren schloss er sich den Pfadfindern an und entdeckte mit 11 das Ringen im griechisch-römischen Stil, das er beim TuS Gerresheim heute noch aktiv als Ausgleichssport betreibt. Nach dem Abitur 1976 im Gerresheimer Gymnasium am Poth machte er seinen Wehrdienst bei den Feldjägern – bis er verweigerte – und trat 1978 dem Orden in seiner Heimatstadt Düsseldorf bei. Zunächst studierte er Pharmazie an der Düsseldorfer Uni, dann Philosophie und Theologie in Fribourg (Schweiz) und in Bonn. 1990 wurde er zum Priester geweiht. Seitdem ist der Diplomtheologe Gefängnis-Seelsorger, Herausgeber des Gefangenenmagazins „Ulmer Echo“ in der JVA Düsseldorf und Vorsitzender der Altstadt-Armenküche e.V., die er vor über 25 Jahren in der Altstadt-Armenküche initiierte.

Kontakt: P. Wolfgang Sieffert OP, Dominikanerkonvent St. Joseph Düsseldorf, Andreasstr. 27, 40213 Düsseldorf, Tel. 0211 / 13634-0, Fax 0211 / 13 63 43 0 (Konvent), Mail: PaterWolfgang@gmx.de, E-Mail: dominikaner@gmx.de, Internet: www.dominikaner-duesseldorf.de, Dominikanerkirche St. Andreas, Komödienstr. 6-8, 50667 Köln. Tel. 0221 / 16066-0, Internet: http://www.sankt-andreas.de.

Altstadt-Armenküche: Die Altstadt Armenküche bietet täglich warmes Essen, Hilfe und soziale Betreuung. Insgesamt sind 60 Ehren-und 3 Hauptamtliche Mitarbeiter in der Armenküche tätig. Adresse: Burgplatz 3, 40213 Düsseldorf, Vereinsadresse: Andreasstr. 27, 40213 Düsseldorf, Tel. 0211/323 77 80, E-Mail: kueche@armenkueche.de, Montag – Sonntag: 12:30 – 14:30, Kontonummer: 140 109 53, BLZ 300 501 10 bei der Stadtsparkasse Düsseldorf, IBAN: DE56 3005 0110 0014 0109 53, BIC: DUSSDEDDXXX, Internet: https://armenkueche.de

Buchtipp: „… irgendwie jagst du deinem Kotelett hinterher“ – Rezepte und Überlebensstrategien aus der Altstadt-Armenküche in Düsseldorf“, 52 Seiten durchgehend farbig, 6,80 Euro. Erhältlich in der Armenküche, Burgplatz 3 (hinter dem großen grünen Tor neben den öffentlichen Toiletten in der Zeit zwischen 9.30 und 15.00 Uhr), im Geschäft der Behindertenwerkstätten „kik erenn“ am Burgplatz zwischen 15.00 und 18.30 Uhr, an der Klosterpforte der Dominikaner (werktags 9-12 und 15-18 Uhr) und im Empfang der Andreaskirche (Mi, Do, Sa 15-17.30, Fr 16-19 Uhr.

Der Dominikanerorden (Ordo Praedicatorum, OP), eine der wichtigsten Ordensgemeinschaften der katholischen Kirche, ist benannt nach dem heiligen Dominikus (1170-1221) aus Caleruega/Kastilien. Er studierte Theologie, wurde 1196 Mitglied des Domkapitels in Osma und Augustinerchorherr. Sein zurückgezogenes Leben endete nach einer Reise nach Norddeutschland 1203: Begeistert für die Mission, begann er ab 1206 ein Leben als Wanderprediger, gründete 1207 in Prouilhe in Südfrankreich ein Frauenkloster und gewann Mitbrüder in Südfrankreich. 1215 gründete er einen Predigerorden für das Bistum Toulouse, übernahm 1216 die Regel des hl. Augustinus, erhielt ein Jahr später von Papst Honorius II. den Auftrag zur weltweiten Verkündigung und sandte seine Brüder nach Paris und Spanien. 1218 gingen die ersten Brüder von Rom nach Bologna, wo sich das erste Generalkapitel des Ordens 1220 eine neue Verfassung gab. Am 6. August 1220 starb Dominikus in Bologna, ein Jahr vor Gründung der deutschen Provinz Teutonia. 1234 wurde er durch Papst Gregor IX. heiliggesprochen.

Schnell war der Bettelorden durch seine gut ausgebildeten Mitglieder auch an den großen Universitätsstädten Europas präsent. Zu berühmten Mitgliedern zählen Albertus Magnus, Thomas von Aquin, Meister Eckhart oder der Maler Fra Angelico, sie stellten vier Päpste und mehr als 60 Kardinäle. Auch Tomas de Torquemada, erster Großinquisitor Spaniens, der als Ketzer hingerichtete Girolamo Savonarola oder der Verteidiger der Indios, Bartholomé de las Casas, gehörten zum Orden. Bekannte Mitglieder in der Neuzeit sind die Theologen Marie-Dominique Chenu und Yves Congar, der peruanischer Befreiungstheologe Gustavo Gutierrez, Friedensnobelpreisträger Dominique Pire (1958) oder der Kardinal und Erzbischof von Wien, Christoph Schönborn. Der Orden zählt heute weltweit etwa 6.500 Mitglieder in mehr als 600 Klöstern in 102 Ländern, rund 140 dominikanische Schwesternkongregationen mit 3.000 kontemplativ lebende Dominikanerinnen und über 30.000 apostolisch-karitativ tätige Schwestern im Dritten Orden (Terziaren). In Berlin, Düsseldorf, Köln und Worms sind Schwestern und Brüder in der Obdachlosenarbeit engagiert, in Darmstadt, Berlin, Essen, Düsseldorf, Vechta und Bottrop als Gefangenenseelsorger und in verschiedenen Städten in der Migrantenarbeit. Der 1860 neu gegründete Dominikanerkonvent St. Joseph in Düsseldorf war die erste dauerhafte Wiederansiedelung der Dominikaner in Deutschland nach der Säkularisation Anfang des 19. Jahrhunderts. Das Kloster der Predigerbrüder hat 1972 die Pfarrei St. Andreas in der Düsseldorfer Altstadt übernommen (Predigten, Bildungsarbeit, City-Seelsorge mit Gesprächen, Führungen und Konzerten). Die derzeit zwölf Mitglieder des Konvents arbeiten in der Wissenschaft, Verlagen und der Bildungsarbeit und engagieren sich in der Seelsorge etwa für Strafgefangene oder Obdachlose. Die „Offene Kirche der Dominikaner“ in Düsseldorf war eines der bundesweit ersten Projekte der sogenannten Citypastoral.

Kontakt: Dominikaner-Provinz Teutonia, Tel. 0221 / 580700-06, E-Mail: info@dominikaner.de, Internet: http://www.dominikaner.de; Dominikanerkloster Heilig Kreuz in Köln, Sitz der Provinzleitung (Provinzialat) der norddeutschen Dominikaner. Zu ihr gehören zehn Klöster bzw. Häuser sowie ein Vikariat in Ungarn mit insgesamt derzeit ca. 130 Dominikanern. Adresse: Dominikanerkloster Heilig Kreuz, Lindenstraße 45, 50674 Köln, Tel. 0221 / 58070001, Internet: http://www.dominikanerkloster-koeln.de.

Buchtipps: Elias H. Füllenbach (Hg.): Mehr als Schwarz und Weiß: 800 Jahre Dominikanerorden, Friedrich Pustet / Regensburg 2016, 400 S., ISBN 978-3-7917-2757-8. Beiträge zur Geschichte und berühmten Gestalten des Ordens, Dominikaner und Islam, Inquisition etc.; herausgegeben vom Düsseldorfer Prior P. Elias H. Füllenbach OP, Archivar der Dominikanerprovinz Teutonia und stellvertretender Leiter des Instituts zur Erforschung der Geschichte des Dominikanerordens im deutschen Sprachraum.
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