In der Presse 2026

Düsseldorfs Armenküche lädt zum großen Fest ein

DÜSSELDORF (rö) An diesem Sams-
tag wird sie noch mehr Gäste als
sonst bewirten: Die Altstadt-Ar-
menküche, die im Düsseldorfer
Rathaus täglich ein frisch gekoch-
tes Essen für durchschnittlich
rund 200 bedürftige Menschen
serviert, geht mit einem Fest unter
freiem Himmel. Direkt vor ihrer
Haustür feiert die Einrichtung auf
dem Burgplatz mit dem „Essen für
Arme und Reiche“ unter anderem
ihr 34-jähriges Bestehen.
Für mehr als 1000 erwartete Gäs-
te werden allein 300 Liter Erbsen-
suppe vorbereitet. Mit dem Event
setzt die Altstadt-Armenküche ein
Zeichen für ein verantwortungs-
volles Miteinander in der Landes-
hauptstadt, für eine menschen-
würdige Gesellschaft und Respekt
vor Schwächeren, heißt es in der
Einladung zur Veranstaltung. Da-
mit verdeutliche die Altstadt-Ar-
menküche ihre Vision eines Zu-
sammenlebens in Gerechtigkeit,
in dem keine Frau, kein Mann und
kein Kind mehr gezwungen ist,
von Almosen zu leben.
Um 12 Uhr startet das Fest mit
der Ausgabe der Erbsensuppe. Die
gibt es kostenfrei und auch in ve-
ganer Alternative. Wer kann, darf
gerne spenden. Angeboten wer-
den zu günstigen Preisen (vegane)
Grillwürste, Kaffee und Kuchen,
Schumacher Alt und andere Ge-
tränke. Für alle, ob arm oder reich,
gibt es Gespräche, Kontakte und
vielfältige Informationen.
Auf der großen Bühne wird
hochkarätige Livemusik geboten.
Alle Bands spielen ohne Gage: Los
geht es um 12 Uhr mit Dead Dates,
um 13.15 Uhr spielen Chélona, ge-
folgt um 14.15 Uhr von Wadokyo
und Heavy Gummi (15 Uhr). Den
musikalischen Schlusspunkt setzt
ab 16.30 Uhr die Gruppe Inferno.
Die Düsseldorfer Armenkü-
che finanziert sich ausschließlich
durch Spenden, deswegen hoffen
die Veranstalter auf viele Geber.
Das „Essen für Arme und Reiche“
wird unter anderem unterstützt
durch die Stadtwerke Düsseldorf,
die Bäckerei Hinkel und die Brau-
erei Schumacher.

RP und NRZ

2026 08 13 RP Ankündigung Essen für Arme und Reiche

In der Altstadt wird am Samstag eine große Tafel aufgebaut – zumindest im übertragenen Sinne. Die Armenküche lädt wieder ein, zum „Essen für Arme und Reiche“. Unter anderem gibt es 300 Liter Erbsensuppe, kostenfrei – wer spenden möchte und kann, ist herzlich dazu angehalten. Gegrilltes – auch in vegetarisch und vegan –, Kaffee und Kuchen, Schumacher Alt und andere Getränke werden auch angeboten, zu günstigen Preisen, damit möglichst alle teilnehmen können. Das Rahmenprogramm auf dem Burgplatz wird von verschiedenen lokalen Bands bestritten, zwischen 12 Uhr und 16.30 Uhr spielen die Dead Dates, Chélona‚ Wadokyo, Heavy Gummi und Inferno. Mit den Einnahmen aus dem ausschließlich aus Spenden finanzierten Event wird die Arbeit der Altstadt-Armenküche weiter unterstützt.

Burgplatz, Beginn 12 Uhr, Eintritt frei

Düsseldorf: Altstadt Armenküche lädt zum „Essen für Arme und Reiche“ ein
Von Ute Neubauer 13. August 2026
„Essen für Arme und Reiche“ der Altstadt-Armenküche am Samstag 15. August 2026, von 12 bis 18 Uhr auf dem Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt.
Wie das Wetter am Samstag (15.8.) werden wird, ist noch ungewiss. Aber egal ob heiß, mit Schauern oder trocken, wenn es auf dem Burgplatz heißt „Essen für Arme und Reiche“, sind die Temperaturen eigentlich egal. Denn bei einer leckeren Erbsensuppe das musikalische Programm zu genießen und viele nette Gespräche zu führen geht bei jedem Wetter.
Seit über 30 Jahren gibt es die Altstadt-Armenküche bereits
Seit über 30 Jahren gibt es die Altstadt Armenküche und täglich wird hinter der grünen Tür an der Seite des Rathauses für mehr als 200 Menschen ein Essen zubereitet. Einmal im Jahr werden mehr als 1000 Gäste erwartet, wenn es auf dem Burgplatz heißt „Essen für Arme und Reiche“. Damit setzt die Altstadt-Armenküche ein Zeichen für ein verantwortungsvolles Miteinander in der Stadt, für eine menschenwürdige Gesellschaft und Respekt vor Schwächeren. Das Motto der Altstadt-Armenküche lautet „Armut überwinden – nicht verstecken!“ und ihre ihre Vision ist auch nach so vielen Jahren immer noch, ein Zusammenleben in Gerechtigkeit, in dem keine Frau, kein Mann und kein Kind mehr gezwungen ist, von Almosen zu leben.
Grillwurst, Erbsensuppe, Kuchen – für Verpflegung ist gesorgt
300 Liter Erbsensuppe und andere Speisen wie Grillwurst und Kuchen sind vorbereitet und werden ab 12 Uhr ausgegeben. Die Suppe (es gibt auch eine vegane Alternative) ist kostenfrei – wer eine Spende dalassen möchte, wird nicht abgewiesen. Zu günstigen Preisen werden Grillwurst, Kaffee und Kuchen, Schumacher Alt und andere Getränke angeboten. Für alle, ob arm oder reich, gibt es Gespräche, Kontakte und vielfältige Informationen. Der Eintritt ist frei und alle sind herzlich eingeladen.
Pater Wolfgang musizierte gemeinsam mit der Band Inferno
Alle Gäste dürfen gespannt sein, ob Pater Wolfgang Sieffert, geschäftsführender Vorstand der Altstadt Armenküche, wieder selber zur Mundharmonika greift. Auf jeden Fall sorgen die Bands „Dead Dates“ um 12 Uhr, „Chélona“ um 13.15 Uhr, „Wadokyo“ um 14:15 Uhr, “Heavy Gummi” um 15 Uhr und „Inferno“ um 16:30 Uhr für das musikalische Programm.
Das Spendenschwein wird am Samstag wieder kreisen und freut sich über Futter
Finanziert wird das Event ausschließlich durch Spenden, unter anderem durch die Stadtwerke Düsseldorf, die Bäckerei Hinkel und die Brauerei Schumacher.
„Essen für Arme und Reiche“ der Altstadt-Armenküche am Samstag 23. August 2025, von 12 bis 18 Uhr auf dem Burgplatz in der Düsseldorfer Altstadt.

Die Armenküche setzt ein Zeichen
Einmal im Jahr macht die spendenfinanzierte Einrichtung die Armut in der Stadt sichtbar – mit einem Fest auf dem Burgplatz. Die Zahl der Menschen, die auf das Essen und das Engagement der Ehrenamtler angewiesen sind, steigt.
Von Andrea Röhrig

Innenstadt Helmut trägt ein rotes Fortuna-Fanshirt und eine knielange rote Sporthose. Hinten an seinem Elektrorollstuhl weht eine kleine Fortuna-Fahne. An diesem Samstag bestreitet der Zweitliga-Absteiger sein erstes Heimspiel in der 3. Liga. Bevor Helmut zu einer der Kneipen in der Altstadt fährt, die das Match übertragen, holt er sich beim Fest der Armenküche auf dem Burgplatz einen Teller Erbsensuppe. Die schmeckt auch, wenn es draußen schwül ist.

Ein Ehrenamtlicher packt dem 76-Jährigen zusätzlich eine Portion für die nächsten Tage ein. Helmut ist Stammgast in der Armenküche. Nach Jahren auf der Straße lebt er inzwischen wieder in einer eigenen Wohnung. Trotzdem kommt er regelmäßig zum Mittagessen – auch, um sich mit anderen zu unterhalten, erzählt er.

Helmut ist einer von mehr als 200 armen Menschen, die der Verein täglich mit einer warmen Mahlzeit und bei Bedarf mit Beratung versorgt. Die Ausgabestelle liegt in einer Seitenstraße zum Burgplatz in einem hinteren Teil des Düsseldorfer Rathauses. Für 80 Personen reichen die Sitzplätze, wer es nicht so trubelig mag, nimmt sein Essen mit. Denn so groß ist die Gaststube nicht. Und die Zahl der Gäste ist seit Corona stetig gestiegen.

Einmal im Jahr zieht das Team der Armenküche auf den zentralen Platz in der Altstadt, um zum Fest „Essen für Arme und Reiche“ einzuladen. Die Erbsensuppe wird gegen eine Spende ausgegeben, die Grillwurst ist für zwei Euro im Brötchen zu haben. Eine Tasse Kaffee und ein Stück Streuselkuchen kosten zusammen 1,50 Euro.

Die Schlangen an den Ständen sind lang. Es ist ein gemischtes Publikum, das an den Tischen Platz nimmt. Darunter sind auch Erika und Hans aus Düsseldorf, die die nette Atmosphäre, aber auch die günstigen Preise schätzen: „Ausgehen ist ja inzwischen richtig teuer geworden“, sagt die Rentnerin und beißt in die Grillwurst.

Ehrenamtler Mikhail ist wie die anderen Ehrenamtlichen auf dem Fest an der weinroten Schürze zu erkennen. Er unterstützt die Armenküche seit einem Jahr bei der Essensausgabe. Alle zwei Wochen kommt der 34-Jährige, der 2014 aus Russland nach Düsseldorf kam, zum Helfen. Das gebe ihm ein gutes Gefühl, sagt er und lobt zudem das gute Miteinander im Team. Zu diesem gehören auch Marianne und Dagmar, die im Minutentakt Erbsensuppe ausgeben.

Auf der Bühne wird wie immer ein musikalisches Rahmenprogramm geboten. Alle Künstler treten ohne Gage auf. Wenn Pater Wolfgang, der geschäftsführende Vorstand der Armenküche, ruft, kann und will nämlich niemand Nein sagen. Der Dominikanerpater hat 1992 die Armenküche gegründet. Seit 1997 wird jeweils zum Geburtstag der Einrichtung auf dem Burgplatz gefeiert. Das ist der Tag, „an dem die Armenküche ein Zeichen in die Stadt hineinsetzt und sichtbar ist“, erläutert Pater Wolfgang und blickt auf die Grüppchen, die auf Bierbänken an Biertischen sitzen, sich ein Alt oder Wasser schmecken lassen. Dabei sei es jedem selbst überlassen, miteinander ins Gespräch zu kommen oder für sich zu bleiben. „Jeder, wie er mag.“

Bis in den frühen Abend hinein betritt Pater Wolfgang immer wieder die Bühne und spricht kurz zu den Besuchern. „Es sollen schließlich alle wissen, wer wir sind.“ Der Verein finanziert sich ausschließlich aus Spenden.

Und die werden dringend benötigt, geht die Schere zwischen Arm und Reich doch immer weiter auseinander, auch in einer Stadt wie Düsseldorf. „2021 haben wir die erste Nachtzählung der Menschen gemacht, die ohne Obdach sind. Die Zahl hatte sich bis zu unserer Zählung 2025 um zwei Drittel erhöht“, sagt Pater Wolfgang.

Sozialarbeiter Holger Kirchhöfer befürchtet, dass sie sogar noch steigen wird. „Selbst eine Stadt wie Düsseldorf fängt jetzt im sozialen Bereich an zu kürzen. Ich bin sicher, dass das noch mehr Menschen auf die Straße treiben wird.“ Er arbeitet seit 26 Jahren bei der Armenküche, in der „Armut sehr offensichtlich“ sei. Er hält es für wichtig, in einer Stadt wie Düsseldorf auch das „Nicht-Schöne zu zeigen“. Am liebsten wäre es ihm, wenn die Einrichtung irgendwann einmal nicht mehr gebraucht wird. Doch derzeit geht er vom Gegenteil aus.

2026 08 17 RP Essen für Arme und Reiche